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Psychosoziale Konsequenzen

Kranker Darm vergällt das Leben

03.12.2012 -

Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen neigen verstärkt zu Depressionen und sind in erhöhtem Maß auf ihr soziales Umfeld angewiesen. Die psychosozialen Belastungen nehmen mit der Schwere der Beschwerden zu und verstärken den Leidensdruck.


„Diese über das Medizinische hinausgehenden Konsequenzen sind nicht nur uns Gastroenterologen als den behandelnden Ärzten gut bekannt sondern auch durch Untersuchungen belegt“, sagt Dr. Bernd Bokemeyer vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). „Die durch Krankschreibungen und Frühberentungen entstehenden Kosten stellen die Gesellschaft in zunehmendem Maße vor die Herausforderung, die Versorgung dieser Patienten optimal zu organisieren, damit sie ihre Arbeitsfähigkeit und ihre Alltagskompetenzen erhalten können.“

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind relativ weit verbreitet und treten oft bereits in jungen Jahren auf. Diese Patienten sind oft ihr Leben lang von den nicht heilbaren Beschwerden betroffen. "Die teils komplexen Krankheitsverläufe erfordern eine intensive Zusammenarbeit verschiedener Fachgruppen und die gesamte Erfahrung der beteiligten Ärzte", betont Dr. Bokemeyer.

„In Gesprächen mit den Leistungsträgern ist es inzwischen gelungen, die Krankenkassen für dieses Problem zu sensibilisieren“, berichtet der bng-Experte. „Nach wie vor scheitert eine optimale flächendeckende Versorgung jedoch daran, dass die Behandlung der Betroffenen im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen nicht adäquat abgebildet wird.“

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